Zum letzten Mal: Thunfisch-Auktion am alten Fischmarkt in Tokio



Der stolze Besitzer des Neujahrs-Thunfisches




Der erste Thunfisch des Jahres


In Tokio sind die Wohnungen klein, die Fische am Fischmarkt dafür umso größer. Die Thunfisch-Auktion kurz nach Jahreswechsel gilt dort traditionell als Glücksbringer – für den, der den ersten Thunfisch des Jahres ersteigert. Da geht es nicht um ein paar Deka, und auch nicht um eine Handvoll Yen. So eine Riesenportion Shashimi mit Kopf und Flossen wird hoch gehandelt.


Nur sehr potente Käufer kommen überhaupt in Frage, wie beispielsweise Kyoshi Kimura, der Besitzer einer Tokioter Sushi-Restaurant-Kette (bitte übrigens nie eine Tokioter Sushi-Restaurant-Kette mit dem vergleichen, was man in unseren Breiten als sogenannte Sushi-Restaurant-Kette wahrnimmt. Da liegen in Bezug auf Qualität und Präsentation mehrere Sonnensysteme dazwischen.)


Der Thunfisch war seinem Käufer 14 Mio. Yen wert, ein ganz schönes Sümmchen. Allerdings musste er vor einigen Jahren noch ein Vielfaches für den ersten Tuna des Jahres hinlegen.


Die Auktion war dann übrigens die letzte ihrer Art am Tokioter Fischmarkt. Der gilt nämlich den Stadtvätern (und -müttern) als zu unhygienisch und chaotisch (gerade letzteres macht ihn so liebenswert). Der Fischmarkt wird im kommenden November umgesiedelt, an einen Ort etwas außerhalb Tokio. Vieles wird auch am neuen Ort so bleiben, wie es war. Einiges wird verschwinden, beispielsweise das einmalige Flair, dessentwegen viele Foodies nach Tokio pilgern. Und mit dem Flair auch die vielen kleinen Läden, die wie Putzerfische rund um den Fischmarkt existierten und wo man zeitig in der Früh nach zwei Stunden Anstellens und Wartens das beste Sushi seines Lebens essen konnte.



Text: Alexander Rabl