Getränk

Die CulturBrauer haben was auf Lager

Die österreichischen CulturBrauer, ein Zusammenschluss aus mittelständischen Brauereien mit Zug zur Qualität, legen ihr neuestes Produkt vor. Ein gemeinsam gebrautes Bier, das Austrian Lager. Josef Sigl von der Trumer Brauerei, der zurzeit als Sprecher der CulturBrauer dient: „Das war natürlich nicht so einfach. Acht Bierbrauer, allesamt Alphatiere, mussten sich auf einen Geschmack einigen.“  Jetzt können sie zufrieden sein.

 

Seit kurzem ist das Lager in (schöne) Flaschen gefüllt und erfüllt den von den Braumeistern selbstgestellten Anspruch. Aromatisch, würzig, von hoher Trinkbarkeit, was bei Bier ja doch eine Rolle spielen sollte, dabei durchwegs elegant, leicht malzig, bitter und mit einem Hauch von Lakritze. Das Bier gibt es einstweilen nur in der Gastronomie.

 

Das Lagerbier ist ein Bier mit österreichischer Geschichte. Ein Bier, das allerdings im Vergleich zu Bock, Weizen oder Pils bisher ein Schattendasein führte. Sogar die Craftbiere, der letzte Schrei der Szene, sind populärer als Lagerbier.


(c) Colin Cyruz / www.goodlifecrew.at

 

Lagerbier, ein untergäriges Bier, das über längere Zeit gelagert werden kann, war die Erfindung des österreichischen Brauers Anton Dreher. Der entwickelte 1841 ein Verfahren, das es erlaubte, Bier auch in wärmeren Monaten herzustellen. Bis dahin war die Bierproduktion nur in den Wintermonaten möglich gewesen. Außerdem hielt das Bier nicht sehr lange.

 

Die Dreher-Methode findet auch heute noch weltweit Anwendung. Es ist also nicht vermessen zu behaupten, dass die moderne Bierkultur in Österreich ihren Ursprung hat.

 

Man sagt übrigens, dass das Lagerbier als Königsklasse der Braukunst zu bezeichnen sei. Es erfordere besondere Präzision, um den Charakter aus Körperreichtum und Leichtigkeit richtig gut hinzukriegen. Die Wahl des passenden Hopfens machte den Braumeistern lange Kopfzerbrechen. Sie entschieden sich schließlich für Hopfen aus dem Mühlviertel, die Sorten Aurora, Perle und Tradition machten das Rennen.


(c) Gerd Kressl

 

Weil das Bier über eine ähnliche DNA verfügt wie einige österreichische Traditionsgerichte, ist es kein Wunder, wenn man erkennt, dass Lager ein guter Begleiter zur österreichischen Küche ist. Weil es zwar Volumen hat, aber auch Leichtigkeit und sich nicht in den Vordergrund drängt. Kein Poser-Bier. Zum herbstlichen Schweinsbraten, aber auch zu gebratener Ente oder zum Gebackenen an sich kann man sich kaum ein passenderes Bier vorstellen. Ein bauchiges Weinglas wird dabei dem Trinkgenuss nicht abträglich sein.


Text: Alexander Rabl