Endlich: Der Oscar für Restaurants ist da!

„Bestes Restaurant ohne Pinzette“, „Bester Küchenchef ohne Tattoos“, „Bester Instagram-Account eines Restaurants“. Kein Witz, das sind Kategorien, in denen im kommenden Jahr Awards vergeben werden. International.
 
Nach den lokalen Hitlisten, der französischen und logischerweise französisch dominierten Liste und natürlich der allergrößten Hitliste, den 50 Best Restaurants gibt es, worauf die Welt schon lange wartet: Den großen Restaurant Award. Es soll, so sagen die Erfinder, der Oscar der Restaurantwelt sein.
 
Der so genannte World Restaurant Award vergibt Preise in verschiedenen Kategorien. Wer sich das näher anschaut, denkt an den Begriff „B‘soffene G’schicht“, wie man in Österreich sagt, wenn sich ein paar Leute einen Schmäh machen. Und am nächsten Morgen an nichts erinnern wollen.
 
Wir sind im Jahr 2019 und im Restaurantgeschäft der Profiteure, Marketingagenturen, PR-Agenturen und Konzerne, der selten in ihren Restaurants anwesenden Küchenchefs, und der kulinarischen Schreiber, die aus ihrem Einfluss in der Branche das große Geschäft machen.
 
Herrlich: Wo es in Hollywood die Kategorien „Maske“, „Musik“, „Drehbuch“, „Nebenrolle“ und „Special effects“ gibt, haben sie sich bei den Restaurant Awards unter anderem folgendes ausgedacht: Neben den oben genannten gibt es als weitere Kategorien „Big Plates“, „Atmosphere“ oder  „Enduring Classic“  sowie gibt es auch Preise in den Kategorien „Off-map“.
 
Die Juroren des Restaurant Awards, also die Akademie, lassen sich jederzeit per Gesicht und CV einsehen. Sie  – darunter extrem wichtige Küchenchefs und besonders bedeutungsvolle Journalisten und Funktionäre des gastronomischen Geschäftes – sind gelistet und besuchen die nominierten Betriebe fortan nicht als anonyme Gäste, sondern offiziell - mit einer Hoffnung auf Einladung. Denn wer hat heute noch ein Spesenkonto.
 
Unter den Nominées finden sich dann einige der besten Restaurants der Welt, wenn man Maßstäbe wie Ruhm, Relevanz und Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise Netzwerken in Form von Reisen zu Events und Festivals gelten lässt. Und ein paar Klassiker wie das Pariser Allard sind auch dabei.
 
Aus Österreich gelistet auch der Mühltalhof und das Bootshaus in Oberösterreich.
 
Moment, die beiden mit jeweils 3 Hauben ausgezeichneten Betriebe kennen wir nicht nur als zwei der besten Restaurants Oberösterreichs. Wir kennen sie auch als wichtige Protagonisten des so hochkarätig besetzten wie verregneten Gelinaz-Events aus dem Vorjahr in Neufelden oberhalb von Linz. Gastgeber damals: Mühltalhof und die Familie Rachinger.
 
Und der geschäftlich sehr umtriebige Gelinaz-Veranstalter Andrea Petrini ist auch das Mastermind hinter den Restaurant Awards. 

Text: Alexander Rabl