Seeplatz’l

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Chef

Max Sampl

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Besucher Bewertung

2.0 / 5
MBH
veröffentlicht am 12/06/2020 2.0 / 5

Mehr Schein als Sein - Unser Abendessen im Seeplatz'l Voller Vorfreude waren wir in das Seehotel Grundlsee gekommen und konnten einen der schönen Tische am Fenster ergattern. Unsere Wahl fiel auf das Viergang-Menü mit Weinbegleitung. Das Brot war sehr wohlschmeckend, das Gedeck beinhaltete eine gute Butter doch wurde leider durch einen versalzenen Kräutertopfen in Mitleidenschaft gezogen. Die Vorspeise, Flusskrebse auf Ochsenherztomate mit Basilikum und fermentiertem Knoblauch war schön angerichtet aber leider nahezu geschmacklos. Der Wein, Weißburgunder von Prieler, hätte vermutlich passend sein können. Wie bei allen nachfolgenden Weinen wurde aber äußerst homöopathisch eingeschenkt, was nicht fein, sondern knausrig wirkte, lebt Gastfreundschaft doch von Großzügigkeit. Als nächstes hatten wir eine (leider zu kalte) Spargelsuppe, zu der der Trimbach Gewürztraminer geschmacklich gepasst hat. Eine mikroskopische Menge Reinanke mit leider eiskalten Gnocchi, Safransud (auch mehr kalt als warm) und harten Artischoken. Auf Nachfrage bei der ehrlich freundlichen und bemühten Servicekraft hieß es, die Speise solle lauwarm sein. - Trotzdem leider kein Genuss, da wie die Vorspeise auch fast geschmacklos. Als Hauptgericht folgte rosa Rinderfilet (perfekt gegart) mit Senf, Spinat (deutlich versalzen) sowie einem geschmackvollen Rinderragout. Noch das gelungenste Gericht, leider fehlte jede Art von Sättigungsbeilage und das Brot wurde schon während des zweiten Gangs entfernt. Dunkle Rindersauce leider mehr fettig als geschmacksintensiv. Der dazu gereichte Vino Nobile de Montepulciano war köstlich und wohltemperiert, wäre jedoch aufgrund der Wartezeit fast warm geworden. Nachdem man uns offenbar unsere Unzufriedenheit anmerkte, wurde freundlich nachgefragt, worauf wir unser Missfallen zum Ausdruck brachten. Zwei Weine der Weinbegleitung sowie einer unserer Aperitifs wurde uns daraufhin nicht in Rechnung gestellt. Das Dessert, eine Art Sauerrahm-Bayrisch Creme mit Sauerrahmeis und Rhabarber war handwerklich tadellos, die Käseauswahl zufriedenstellend, abgesehen vom Großhandels-Feigensenf sowie dem altbackenen Brot (vom Frühstücksbuffet?) Die Weine (Rosenmuskateller sowie Auslese "Lamm" von Bründlmayer) waren wieder sehr passend. Fazit: Wir haben uns gefragt, woran es liegen könnte: Hauptkritikpunkt wäre die Küche. Hier fehlt es deutlich an Raffinesse, man hat das Gefühl, dass die Gewerke nicht ineinandergreifen, wo doch grundlegende Dinge wie Salzgehalt und Serviertemperatur nicht beherrscht werden. Die Weine waren alle passend ausgesucht und auch richtig temperiert, jedoch in deutlich reduzierten Mengen und ohne Fachkenntnis ausgeschenkt. Es fehlt an sachverständigem und routiniertem Servicepersonal. Insgesamt zum Preis von (nach Abzug der 3 Weine) 180 Euro für zwei Personen ein für die dargebotene Leistung durchaus schlechtes Preis/Leistungsverhältnis, für ein Lokal dieser angenommenen Güte. Man bereut, das Geld investiert zu haben und verlässt das Lokal hungrig. Dennoch muss erwähnt werden, dass das Servicepersonal sehr bemüht und freundlich war, den Abend aber nicht retten konnte. Ehrliche Gastronomie wäre an diesem schönen Ort wünschenswert, man bekommt allerdings den Eindruck, dass eine solche Qualität von den anderen anwesenden Gästen nicht bemerkt werden würde. Mehr Schein als Sein eben.