Döllerer

Adresse

Markt 56
5440 Golling

Contact

+43 6244 42200

Equipe

  • Andreas Döllerer, Chef
  • Sandra Baumgartner, Chef de salle


L'avis de Gault&Millau

Ein alpiner Schrein tut sich auf. Bei sommerlichem Wetter geht es an der Steinwand im Inneren des Restaurants vorbei in einen weitläufigen Hof mit Aussicht auf einen Weingarten. Der terrassierte Steilhang ist mit Rebstöcken von Hirtzberger bis Gesellmann besetzt – ein Gemischter Satz mitten im Salzburgischen. Die Küche des Andreas Döllerers zielt noch steiler in die Höhe und ist ganz der Cuisine Alpine verschrieben. Im Bewusstsein, dass die Alpen zwar eine Herausforderung, Gipfelsiege mit Ehrgeiz, Geschick und Ortskenntnis aber dennoch möglich sind. So tritt der Gast unter umsichtiger Führung des Patrons mit dem Menü „Göllüberquerung“ den Aufstieg zur höchsten Bergspitze im Tennengau an. „Alpine Bäume & Sträucher“, so betitelt sind die Grüße aus der Küche, reichen über Fichte, Tanne und Wacholder bis zur Baumgrenze mit Lärche und Latschenkiefer. Dargereicht als Essenz, Öl, Staub oder Pesto sind sie zum Jauchzen schön mit Fürstenhof Molke, Bayrischer Garnele, Hühnerleber, gegrillter Bluntauforelle, Schottencreme oder Pulled Pork. Salzzitrone und Zirbenaioli machen klar, dass hinter den Alpen der Süden lockt. Man erfreut sich an der nächsten kulinarischen Etappe, begleitet vom erfrischend marinierten Bluntausaibling mit JRE-Apfel-Zitronenverbenensaft und Kapuzinerkresse, gefolgt von Spargel, Erdäpfelmousseline und heimischem Kaviar auf Ochsenmark. Eine himmlische Umarmung von Erde, Wiese und Wasser. Doch dann kommt ein wenig Geröll in die Gänge. Der wilde Spargel und das Rösterdäpfeldashi sind tadellos, der Ofenzander darin hingegen enttäuschend ausdruckslos, Austernpilz und Gebirgswermut einfach bitter. Die weiße Aubergine in Buttermilch mit gleichfarbigen Hahnenkämmen, die an Edelweißblüten erinnern, ist schön anzusehen. Doch ein einigendes Geschmackserlebnis bleibt trotz des Beistands von Ribiseln und Paprikasauce aus. Trost kommt aus Fernost mit der „Erinnerung an Kobe“, ein Koji-Reiseis mit karamellisierter Haselnuss, Erdbeeren, Tannenwipfel und Alpensäuerling, einer alpinen Pflanzenart. Beeindruckend das umfassende Weinangebot mit Jahrgangstiefe, die Kompetenz des sympathischen Master-Sommeliers Alexander Koblinger sowie der Service angeführt von Christl Döllerer.
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