Ikarus

Gault&Millau Bewertungen

Martin Klein ist Gralshüter eines kostbaren kulinarischen Schatzes, der sich in 18 Jahren mit monatlich wechselnden Gastköchen aus aller Welt angesammelt hat. Tausende Rezepte sind in dutzenden Büchern auch bestens dokumentiert. Gleichzeitig erweitert er, gemeinsam mit seinem Team rund um die beiden Küchenchefs Tommy Eder-Dananic und Martin Ebert, diesen Schatz an Rezepten jeden Monat. Mitunter wird übersehen, dass es neben den prominent besprochenen Gastkochmenüs auch stets ein monatlich wechselndes Ikarus-Menü gibt. Wieso man sich diesen enormen Aufwand antut? Das eigene Menü stellt eine komplementäre Antwort auf das jeweilige Menü des Gastkochs dar, um ein stimmiges „Ausweichen” bei eventuellen Unverträglichkeiten bieten zu können. Außerdem gibt es gar nicht so wenige Gäste, die das Ikarus mehrmals pro Monat besuchen. Dass das Restaurant durchschnittlich alle 30 Tage einen neuen internationalen Gastkoch präsentiert, stimmt nicht ganz. Schließlich hat das Jahr zwölf Monate, eingeladen werden jedoch nur elf Gastköche. Im August dürfen Martin Klein und sein Team ihre eigene Kreativität in den Vordergrund rücken. Schon bei den einleitenden Miniaturen mit Kavier, Hummer, Jakobsmuschel und Gänseleber zeigt sich, wohin die Reise geht – in den siebten Himmel. Ja, man braucht diese Luxusprodukte nicht jeden Tag, aber wenn sie in überzeugender Qualität und perfekter Zubereitung als Appetithappen zu Tisch schweben, stellen sich unweigerlich Glücksgefühle ein. Und diese reißen bis zu den Desserts nicht mehr ab. Scheinbar Einfaches (gefüllte Calamari in Grüner Sauce, Paradeiser mit Frischkäse) wechselt dabei mit Exklusivem (Wagyufilet mit Aal und schwarzem Trüffel oder BBQ-Steinbutt). Es handelt sich also um mehr als um eine bloße Aneinanderreihung von elitären Lebensmitteln. Es ist hingegen eine abwechslungsreiche, kulinarische Reise, bei der jede Station ihren eigenen, ganz besonderen Reiz hat. Außerdem zeigt die ehrgeizige Küchencrew, dass sie alle nur denkbaren Garmethoden im kleinen Finger hat und jeder Gang ganz unterschiedlich zubereitet und individuell komponiert wird. Die Ikarus-Köche sind eben keine „One-Trick-Ponys”. Ein fruchtiges (Heidelbeeren mit Zitrone) und ein schokoladiges Dessert (mit Nektarinen, Shiso, Koji und Sesam) sorgen für ein fulminantes Finale. Die glasweise Weinbegleitung ist ähnlich gelungen: immer passend, reizvoll und außergewöhnlich. Eine Tour von Prestige-Etiketten auf sich zu nehmen wäre zwar teuer, aber von der Idee her viel zu billig. Der einzige Bordeaux des Abends war ein junger Chardonnay. Der perfekt gelagerte Burgunder zum Steinbutt kam aus dem Burgenland. Und wie gut Tempranillo reift, zeigte eine über 30 Jahre alte Gran Reserva aus der Rioja. Weine aus Deutschland (Riesling) und Österreich (Lagen-Sauvignon aus der Südsteiermark, Grüner Veltliner Smaragd aus der Wachau) sowie Champaganer zum Auftakt und zum Finale rundeten die flüssige Reisebegleitung grandios ab. Dass Tischkultur und Ambiente in der absoluten Oberliga beheimatet sind, ist schon lange bekannt. Auch der Service zeigte sich souverän, kompetent und mit einer Freude bei der Sache, wie man es nur selten erlebt. In dieser bestechenden Form ist das Ikarus ohne Wenn und Aber eines der besten Restaurants unseres Landes. Neugierige Genießer freuen sich darauf, dass man hier Monat für Monat die Kreationen eines bekannten internationalen Gastkochs probieren kann. Die mögen je nach persönlichen Vorlieben mehr oder manchmal auch weniger begeistern. Wir erachteten dieses weltweit einzigartige Konzept als reizvolles Zusatzangebot. Das soll aber nicht vergessen lassen, dass man hier an (fast) jedem Tag des Jahres ein Menü des Ikarus-Teams auf eindrucksvollem 5-Haubenniveau geboten bekommt.

Adresse

Wilhelm-Spazier-Straße 7a
5020 Salzburg

Kontakt

0662 21 970

Website

Team

  • Martin Klein,  Chef
  • Matthias Berger,  Manager

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Einige andere Adressen

yaoyao
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11 / 20

yaoyao

Europastraße 1, 5020 Salzburg

Ausgezeichnetes Essen und ein chaotisches Service. Auf diese Tatsachen sollte man sich einstellen, wenn man im Yaoyao eingekehrt. So kann es ziemlich lange dauern, bis die Gerichte serviert werden. Wir waren schon versucht, aufgrund der überlangen Wartezeiten das Restaurant unverrichteter Dinge zu verlassen. Doch dann hätten wir ein schlussendlich vorzügliches Essen versäumt. So schmecken Sushi und Sashimi bestens. Die mit Schweinefleisch gefüllten Teigtaschen sind leicht pikant und die Ente kommt mit süßer Pflaumensauce auf den Tisch. Bei den Desserts ist noch Luft nach oben. Eine kleine Weinauswahl rundet das Angebot ab.

Zum Buberlgut
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14 / 20

Zum Buberlgut

Gneiser Straße 31, 5020 Salzburg

Die Stammgäste schätzen die Küche und das aufmerksame Service zu Recht. Zum Glas Sekt werden im über 400 Jahre alten Gebäude frisch aufgeschnittener Rohschinken und reichlich Weißbrot serviert. Die Gänseleberterrine mit Kirschen und eingelegten Shiitake-Pilzen überzeugt ebenso, dazu gibt es flaumiges Brioche. Auch die Jakobsmuscheln mit Limettencreme und Paradeiser können mit den hohen Erwartungen mithalten, gleiches gilt für das Zwiebelrisotto mit Artischoken und dem Seesaibling mit Eierschwammerl. Klassiker und immer Gutes wie Topfenknödel mit Haselnussbrösel oder Zitronesorbet mit Wodka findet man bei den Nachspeisen. Zu Mittag gibt es ein preisgünstigeres Menü.

Tomaselli
Ausgewählt von Gault&Millau Selection

Tomaselli

Alter Markt 9, 5020 Salzburg

Seine lebendige Historie und die einzigartige Lage prägen das Café Tomaselli in der Salzburger Altstadt. Es ist seit über 150 Jahren in Familienbesitz und bietet ein verführerisches Angebot an süßen Speisen und exquisiten Kaffeespezialitäten. Man munkelt, dass die Idee zu den Salzburger Festspielen an einem dieser Kaffeehaustische entstanden ist, während Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt genüsslich ihren Kaffee schlürften.

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